2016 - Jahr der Barmherzigkeit

Barmherzigkeit im konkreten „Nein“ und „Ja“ der Wirklichkeit Recklinghausens

1. Wir sagen „nein“ zur Arbeitslosigkeit eines jeden vierten Erwerbsfähigen im Recklinghäuser Süden und einer Arbeitslosenquote von über 11 % in der Gesamtstadt; d.h. zu einer Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit, weil die offene Wirtschaft (der sog. erste Arbeitsmarkt) bestimmte Menschen ausschließt.

Wir sagen „ja“ zu einem breiten Bündnis für Arbeit – im Blick auf den ersten und zweiten (zeitweise öffentlich geförderten) Arbeitsmarkt, sowie der Schaffung bzw. Anerkennung eines dritten ( dauernd öffentlich geförderten) Arbeitsmarktes für die Menschen, die im ersten Arbeitsmarkt keine Beschäftigung erhalten werden.

2. Wir sagen „nein“ zur Kinderarmut in unserer Region. 23,3% der Kinder unter 15 Lebensjahren werden im Kreis Recklinghausen durch soziale Hilfen unterstützt. Das bedeutet einem Viertel der Kinder nur verminderte Zukunftschancen zu geben.

Wir sagen „ja“ zu einem breiten Bündnis, das die Möglichkeiten für Familien erweitert, indem der Arbeitsmarkt flexibler gestaltet wird – Stichwort: erziehungs-freundliche Arbeitszeiten- und verstärkte Unterstützung Alleinerziehender.

3. Wir sagen „nein“ zur Abfindung mit der Steigerung im Bereich wohnungsloser Mitmenschen auf über 300.000 Menschen in Deutschland, dem Handel mit Wohnungen ohne jede soziale Verpflichtung und – in Recklinghausen -zu einer Stadtkern-entfernten Unterbringung von Menschen in Obdachlosigkeit und einer Unterbringung unter Bedingungen, die Obdachlose oft nicht einhalten können.

Wir sagen „ja“ zu einer zentralen und professionellen Unterbringung für obdachlose Mitmenschen, sowie zu einem sozialen Wohnungsbau auch im Innenstadtbereich.

4. Wir sagen „nein“ zur ständigen Ausweitung des Glückspielbereichs– konkret: Spielhallen und Wettbüros- in Recklinghausen und im Kreisgebiet haben schon jetzt über 2000 Menschen in die Spielsucht getrieben.

Wir sagen „ja“ zu einer verantworteten Stadtplanung in der Ausweisung von Spielbetrieben, sowie zur Entwicklung einer Freizeitkultur in der Stadt als öffentliches Anliegen und öffentliche Aufgabe.