2016 - Jahr der Barmherzigkeit

Ein gemeinsames Zeichen der SolidaritätKarstadt1

Gastkirche lud zum Solidaritätsgang zur Karstadtschließung ein 

Dort, wo bis vor kurzem noch viele Menschen eingekauft haben, wo zahlreiche Menschen ihrer Arbeit nachgegangen sind, ist jetzt endgültig Schluss. Deshalb hatte die Gastkirche am Montag, 30. Mai, zu einem Solidaritätsgang zur Karstadtschließung aufgerufen. Pfarrer Ludger Ernsting begrüßte die Teilnehmer in der Gastkirche und erinnerte an das Wort Jesus „Mich erbarmt des Volkes“. „Wir beginnen in der Gastkirche, weil wir auf einen Gott setzen, dem die Menschen und ihre Wirklichkeit nicht gleichgültig sind. In seinem Namen drücken wir unsere Verbundenheit aus zu denen, die von der Schließung des Karstadthauses in unserer Stadt am meisten Getroffene sind: nämlich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, betonte er in seiner Begrüßung zu Anfang des Wortgottesdienstes.

Karstadt2Gemeinsam beteten die Teilnehmer für und mit den ehemaligen Mitarbeitenden, schlossen aber auch die Einflussreichen in Wirtschaft und Politik in ihr Gebet mit der Bitte um soziale Verantwortung ein. Nach dem Segen machte sich die Gruppe singend auf den Weg zum Marktplatz. Auch der erste Bürger der Stadt, Bürgermeister Christoph Tesche, war mit dabei. Vor dem verlassenen Karstadtgebäude bildeten sie einen Kreis, der offen für Hinzukommende war.

In seiner Ansprache erinnerte Ernsting an die lange Geschichte des Kaufhauses in Recklinghausen und die zahlreichen Wechsel der Investoren in der jüngsten Vergangenheit. „Jeder der Schritte der letzten Jahre ist mit Entlassungen und Verzichten der Belegschaft verbunden – jeweils mit dem Argument des Arbeitsplatzerhalts. Letztlich sind nicht bestimmte Investoren auf der Strecke geblieben, sondern die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagte der Seelsorger.karstadt3 Es gebe eine Wirtschaft, die töte. Sie lasse die Erwartungen und Hoffnungen von Menschen sterben, beute Verzichte und Sorgen aus, lasse Menschen auf der Strecke. Der gemeinsame Protest sei ein Ausdruck, eine soziale Marktwirtschaft einzuklagen, die zunehmend durch eine kalte Geldwirtschaft abgelöst werde.

Mit einem fünfminütigen Schweigen drückten die Teilnehmer ihre Empörung gegenüber einem Handeln aus, wo Geld rücksichtslos regiere, statt dem menschlichen Leben in der Gesellschaft zu dienen. Anschließend rief Ernsting die Menschen auf, sich die Hände als Zeichen der Kasrstadt4Verbundenheit mit allen jetzigen und ehemaligen Karstadtmitarbeitern zu reichen. Mit einem abschließenden Gebet und dem Lied „Geh mit uns auf unserem Weg“, das die Teilnehmer bereits auf der Strecke von der Gastkirche durch die Stadt zum Marktplatz begleitet hatte, endete der Solidaritätsgang. 

Pressedienst Bistum Münster