In seiner Ansprache erinnerte Ernsting an die lange Geschichte des Kaufhauses in Recklinghausen und die zahlreichen Wechsel der Investoren in der jüngsten Vergangenheit. „Jeder der Schritte der letzten Jahre ist mit Entlassungen und Verzichten der Belegschaft verbunden – jeweils mit dem Argument des Arbeitsplatzerhalts. Letztlich sind nicht bestimmte Investoren auf der Strecke geblieben, sondern die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", sagte der Seelsorger.karstadt3 Es gebe eine Wirtschaft, die töte. Sie lasse die Erwartungen und Hoffnungen von Menschen sterben, beute Verzichte und Sorgen aus, lasse Menschen auf der Strecke. Der gemeinsame Protest sei ein Ausdruck, eine soziale Marktwirtschaft einzuklagen, die zunehmend durch eine kalte Geldwirtschaft abgelöst werde.

Mit einem fünfminütigen Schweigen drückten die Teilnehmer ihre Empörung gegenüber einem Handeln aus, wo Geld rücksichtslos regiere, statt dem menschlichen Leben in der Gesellschaft zu dienen. Anschließend rief Ernsting die Menschen auf, sich die Hände als Zeichen der Kasrstadt4Verbundenheit mit allen jetzigen und ehemaligen Karstadtmitarbeitern zu reichen. Mit einem abschließenden Gebet und dem Lied „Geh mit uns auf unserem Weg", das die Teilnehmer bereits auf der Strecke von der Gastkirche durch die Stadt zum Marktplatz begleitet hatte, endete der Solidaritätsgang. 

Pressedienst Bistum Münster