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Weih 2019Eine Chance für Jugendliche in Brasilien

Nahe der kleinen Stadt Independência im brasilianischen Bundesstaat Ceará liegt die - bewusst gewählt - etwas abseits gelegene Landwirtschaftsschule Escola Família Agrícola (EFA) Dom Fragoso. Dom Fragoso, der erste Bischof von Crateus, setzte sich konsequent für die armen und einfachen Leute ein. Es war das Ziel von Dom Fragosos, dass die Schule sich ganz auf die Situation der benachteiligten Menschen vom Land einstellt; das Projekt wird vom Freckenhorster Kreis unterstützt und ist einigen Recklinghäusern von Besuchen her bekannt.

Die Schüler leben im Wechsel im Internat der Schule und im elterlichen Betrieb, wo sie durch ihre Lehrerinnen und Lehrer beobachtet und weiter angeleitet werden. In der kargen Umgebung der EFA wird das Problem der Wasserknappheit sehr deutlich. Diese Region des Nordostens Brasiliens ist sehr trocken und wird aus diesem Grund oft auch als Halbwüstengebiet bezeichnet. Die Situation der EFA hat sich durch eine Jahre anhaltende Dürre weiter verschärft. Wasser muss in Zisternen gesammelt werden, um Tiere und Pflanzen versorgen zu können.

Der Umgang mit schwierigen Voraussetzungen ist ein Schwerpunkt des Unterrichts. So werden überlebensnotwendige Fragen bearbeitet: z.B.: Welche Pflanzen benötigen möglichst wenig Wasser, sind aber dennoch nahrhaft für das Vieh? Welche Tiere können am besten mit der Trockenheit leben? Die Antworten werden praxisnah auf dem Areal der EFA umgesetzt.Weihn. 2019

Dass die Bemühungen der EFA Dom Fragoso Früchte tragen, ist auch durch Besuche bei Familien der Schüler zu erfahren. Die Schüler der EFA wirken aufgeweckt. Sie vermitteln den Eindruck, dass sie die karge Landschaft und das Elternhaus nicht verlassen, sondern auf dem Land bleiben wollen. Das ist angesichts der ausgeprägten Landflucht, die oft im Elend der Favelas großer Städte endet, ein großes Verdienst der EFA. Das Engagement der Schüler in ihren Heimatgemeinden beeindruckt: Sie geben ihr Wissen engagiert an die weitere Familie, die Nachbarschaft und in lokalen Organisationen weiter. Sie werden zu Multiplikatoren. So erreicht die Schule nicht nur einzelne Familien, sondern Regionen.