Aktuelles

Ostergedict

 

Liebe Freundinnen und Freunde der Gastkirche,

                 Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „rund um´s Gasthaus“!

 

Vor einem Jahr haben wir das erste Ostern in der Pandemie-Zeit gefeiert – im Lock down.

In diesem Jahr Jahr ist Ostern immer noch überschattet von Corona. Zwar sind erste ge-impft, dennoch bleibt viel Sorge und manche/r trägt schon schwer an einer Erkrankung oder dem Tod eines lieben Menschen. So hatte sich wohl keiner vorgestellt, was ein globaler Virus – mittlerweile einschließlich seiner Mutanten – auslösen kann.

Es ist gut und schön, dass wir gerade in dieser Zeit die Türen von Gasthaus und Gastkirche offen halten - und auch immer wieder zwischendurch die vom Second-Hand-Shop und vom Weltladen dann und wann öffnen konnten. Ganz oft konnten und können wir im Gespräch mit den Menschen, die durch die Türen gegangen sind, sehr viel Dankbarkeit dafür hören.

Gerade die Angebote der „Lebenshilfe“ durch die Trauerarbeit, den Gesprächsdienst und im Bereich der Arbeit mit den Freunden von der Straße -waren und sind wichtige Punkte in der Corona-Zeit. Und für nicht wenige war es auch wichtig, Kraft und Mut zu schöpfen in der Kirche. Diese Hilfen und das einfache da sein mit unseren Orten sind „Hoffnungsbau steine“, die durch viele Engagierte in dieser Zeit ermöglicht werden. Gern geben wir den Dank weiter, der dazu immer wieder auch gesagt wird.

In Zeiten wie diesen sicher zu planen – ist schwierig, das haben wir immer wieder gemerkt.

Noch schwieriger ist aber Kontaktverlust. Manches darf und sollte sich nach Corona ändern, aber Begegnung und Miteinander darf wieder so werden, wie es in unseren Familien- und Freundeskreisen, in unserer Stadt und an Gastkirche und Gasthaus vorher war. Es wäre schön, wenn wir – wie angedacht – im Herbst, am 3. Oktober, ein großes Begegnungsfest miteinander feiern könnten; auch mit unseren Freunden von der Strasse, die jetzt erst recht erleben: wer arm lebt und kein Dach mit schützender Tür für sich hat, ist arm dran. So ein Feiern wünschen wir auch unseren Partnerorten in der weiten Welt, wo z.Z. Corona grausam wirkt – und medizinische Möglichkeiten wie Impfstoffe sehr, sehr eingeschränkt zur Verfügung stehen.

Turbulenzen erleben wir momentan nicht nur durch die Pandemie, sondern auch kirchlich.

Teile der Kirchenleitung tun sich – absolut nicht nachvollziehbar – schwer mit der Auf-arbeitung sexuellen Missbrauchs, hinzu kommt das Misstrauen des Vatikan gegenüber dem  synodalen Weg hierzulande und die überflüssigen Verlautbarungen zum gemeinsamen Abendmahl auf dem ökum. Kirchentag sowie der Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren. Es gab auch hier schon hoffnungsvollere Zeiten und mehr „Evangeliumsnähe“. Und doch: die Kirchenleitung ist nicht die Kirche, sondern nur Teil davon. Näher und entscheidender ist das Leben im Glauben vor Ort, an der Basis, in geteilten Lebens- und Glaubenswegen, in einer Praxis und in Feiern, die uns dem Evangelium und den Menschen nahe sein lassen.

Wir feiern Ostern: den Durchbruch zu neuem Leben von jemanden, der tiefste Verlassenheit und Angst kennt, der das Leid bis in die Verzweiflung und den Aufschrei durchlitten hat. Diese österliche Hoffnung kann uns , wenn auch vielleicht manchmal nur tastend und langsam - wie bei den Frauen und den Jüngern von Ostern -, Mut machen: in allem und trotz allem.

Wir feiern Ostern in der Gymnasialkirche im kleineren Kreis – aber im Bewusstsein, dass viele innerlich dabei sind und wir miteinander verbunden sind in dieser Hoffnung.

50 Tage haben die Freundinnen und Freunde Jesu gebraucht, um die österliche Hoffnung „bei sich und in sich ankommen“ zu lassen. Angst, Zweifel, Vorsicht… lässt man nicht schnell hinter sich. Angesichts der Pandemie und anderer negativer Erfahrungen geht es uns vielleicht auch ähnlich. Aber die Hoffnung bricht sich mit Ostern eine Bahn.

Jedenfalls wünschen wir Dir / Euch / Ihnen die Erfahrung keimender Hoffnung und wachsenden Mutes in diesen Zeiten.

 

„Frohe Ostern“- und einen weiter gesegneten Weg durch diese Zeit

wünschen alle aus dem Gasthaus und der Gasthausrat.

 

 

P.S. Alle Neuigkeiten rund um die Gastkirche findet man immer aktuell auf der Homepage

www.gastkirche.de (dort auch die Links jeweils zu unserer Facebook, YouTube und Instagram-Seite).