Spiritualität

Bausteine für einen Hausgottesdienst

1.Advent - Thema: Erschüttert

1.Advent

Dieter Schütz  / pixelio.de

Liedvorschlag: GL 223

Wir sagen euch an den lieben Advent.

Sehet die erste Kerze brennt.

Wir sagen euch an eine heilige Zeit.

Machtet dem Herrn den Weg bereit.

Freut euch, ihr Christen,

freuet euch sehr!

Schon ist nahe der Herr.

 

Erschütterungen

Es gibt Erschütterungen, die lassen keinen Stein auf dem anderen.

Es gibt Erschütterungen, die alle Sicherheiten nehmen.

Es gibt Erschütterungen, die den Boden unter den Füßen wegbrechen lassen.

Es gibt Einschläge, nach denen nichts mehr ist, wie es mal war.

Es gibt Erschütterungen, die aufrütteln, die wach machen.

Es gibt Erschütterungen, die all das abbröckeln lassen,

was sich um das Wesentliche gelegt und es überdeckt hat.

 

Am Anfang des Advents steht die Erschütterung.

Wir sind eingeladen, wie die Indianer ein Ohr auf den Boden zu legen, um mit jeder Vibration zu hören und zu spüren, was kommt.

Wenn wir im immer gleichen Trott blind werden für das, was um uns geschieht, dann erschüttere uns, Gott.

Wenn wir abstumpfen vor dem Leid der anderen, dann erschüttere uns, Gott.

Wenn wir über die dünne Haut der Erwartung ein dickes Fell ziehen, dann erschüttere uns, Gott.

 

Gebet:

Du, Wegbereiter im Weglosen,

mitten in den Einschlägen, die uns erschüttern,

in Leid und Krieg, Coronakrise und Kirchenskandalen,

in weltweiter Armut, Vertreibung und Flucht

mitten in all dem, was uns ganz persönlich

manchmal den Boden unter den Füßen nimmt

kündigst du dein Kommen an.

Rüttle uns wach,

wenn wir uns selbstvergessen einrichten

und uns gewöhnen an Leid und Not von Menschen.

Rüttle uns wach, dass wir mit dir rechnen

und deinem Kommen den Weg bereiten.

Lass uns, das Ohr am brüchigen Boden der Zeit

deinen Schritt hören

auch wenn du noch fern scheinst.

Darum bitten wir durch Jesus Christus,

unseren Bruder und Herrn,

der in der Einheit mit deiner Geistkraft

mit dir lebt und wirkt in Zeit und Ewigkeit. Amen.

 

Lesung aus dem Buch Jesaja

Du bist Gott, unser Vater, unsere Mutter.

›Unsere Befreiung seit jeher‹, das ist dein Name.
Warum lässt du uns abirren, Gott, von deinen Wegen,
lässt unser Herz hart werden,

dass wir keine Ehrfurcht mehr vor dir haben?
Kehre zurück, um derer willen, die in deinem Dienst stehen,

um der Stämme willen, die dir als Erbe gehören.
Ach, wenn du doch die Himmel zerreißen und herabkommen würdest, damit vor deinem Angesicht Berge erbeben.

Seit Urzeiten hat niemand davon gehört,

niemand hat es vernommen.
Kein Auge hat einen Gott außer dir gesehen,

der an allen handelt, die auf ihn hoffen.
Du begegnest denen, die sich freuen

und gleichzeitig Gerechtigkeit tun,

denen, die sich auf deinen Wegen an dich erinnern.

Schau, du zürnst, und wir gehen auf ihnen dauernd in die Irre,
dennoch wird uns geholfen.

Aber nun, Gott, du bist unser Vater, unsere Mutter,
wir sind der Ton, du bist die Töpferin, wir alle sind das Werk deiner Hände.

 

Lied: GL 233

O Herr, wenn du kommst, wird die Welt wieder neu,

denn heute schon baust du dein Reich unter uns,

und darum erheben wir froh unser Haupt.

O Herr, wir warten auf dich.

 

Evangelium Mk 13, 24-29.33

Aber in jenen Tagen, nach jener Drangsal,

wird die Sonne verfinstert werden

und der Mond wird nicht mehr scheinen;

die Sterne werden vom Himmel fallen

und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.

Dann wird man den Menschensohn in Wolken kommen sehen,

mit großer Kraft und Herrlichkeit.

Und er wird die Engel aussenden

und die von ihm Auserwählten

aus allen vier Windrichtungen zusammenführen,

vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.

 

Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum!

Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben,

erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist.

So erkennt auch ihr, wenn ihr das geschehen seht,

dass er nahe vor der Tür ist.

Gebt Acht und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.

 

Credo von Dorothee Sölle

Ich glaube an Gott,

der den Widerspruch des Lebendigen will

und die Veränderung aller Zustände

durch unsere Arbeit, durch unsere Politik.

Ich glaube an Jesus Christus,

der aufsteht in unser Leben,

dass wir frei werden

von Vorurteilen und Anmaßung

von Angst und Hass,

und seine Revolution weitertreiben

auf sein Reich hin.

Ich glaube an den Geist,

der mit Jesus in die Welt gekommen ist,

an die Gemeinschaft aller Völker

und unsere Verantwortung für das,

was aus unserer Erde wird:

Ein Tal voll Jammer, Hunger und Gewalt

oder die Stadt Gottes. Amen.

 

Lied: GL 748

Du bist das Brot, das den Hunger stillt,

du bist der Wein, der die Krüge füllt,

du bist das Leben, du bist das Leben, du bist das Leben, Gott.

 

Im Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth heißt es:

Ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis! Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.

 

Sie sind eingeladen, als Hausgemeinschaft Brot und Wein miteinander zu teilen.

 

Lied: GL 233

O Herr, wenn du kommst, jauchzt die Schöpfung dir zu,

denn deine Erlösung wird alles befrein.

Das Leid wird von all deiner Klarheit durchstrahlt.

O Herr, wir warten auf dich.