Spiritualität

Gedankenanstoß zum Neuen Jahr

 

Menschen, die nicht hinter verschlossener Tür leben – sind offener…

Die Hirten waren in der Krippenszenerie solch offene Menschen

„In jeder Zeit eilten die Hirten nach Bethlehem und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag...“

Eine erste Idee für das neue Jahr: sich offen halten / in Offenheit seine Schritte in diesem neuen Jahr setzen – Verschlossenheit überwinden und hinter sich lassen.

Für uns an der Gastkirche heißt das: wir halten die Türen weiter offen – die der Gastkirche und die des Gasthauses.

 

Wenn man sich betreffen lässt wird man zu einem Betroffenen, der/die anders über Erlebtes spricht / davon anders weitergibt, weil man ganz davon ergriffen ist.

„Als die Hirten das Kind sahen, erzählten sie, was ihnen über das Kind gesagt worden war. Und alle die es hörten staunten über die Worte der Hirten.“

Eine Idee für das neue Jahr: sich betreffen lassen… sich einlassen auf das, was Menschen sagen oder uns über Menschen gesagt wird : manchmal äußert sich so Göttliches.

In der Corona-Zeit kann das heißen: wir alle sind davon Betroffene – aber einige können da von besonderer Betroffenheit erzählen: Angehörige Corona-Erkrankter oder Verstorbener, unsere Freunde von der Straße…, die, die im Krankenhaus arbeiten… - sich darauf einlassen / Betroffener werden…

 

Sicherlich gibt diese Zeit – mithin das neue Jahr – die Möglichkeit zu Um- oder Neuorientierung: gesellschaftlich, religiös, persönlich

„Maria bewahrte alles was geschehen war – und dachte darüber nach.“

Nachdenklichkeit ist ein wichtiges Element zur inneren Orientierung, damit Geschehen gestaltet werden kann.

Die Bedeutung persönlicher Beziehungen, die Frage zukunftsverantworteten Umgangs mit der Schöpfung und unserem menschlichen Miteinander auf diesem Planeten – das alles ist durch die Pandemie noch einmal neu angestoßen worden…

Ich glaube, dass es wichtig sein kann, dass wir aus 2012 anders herausgehen als wir in 2020 hineingegangen sind. Umorientierung, Umkehr, Neuorientierung liegen an…

 

Wir erfahren immer wieder: Leben ist lebensgefährlich – nicht nur täglich für dreiviertel der Menschheit, sondern auch bei uns und für uns hier. Die momentane Situation führt uns das vor Augen.

„Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn...“

Leben ist niemals ungefährdet, daher ist es gut, um Quellen des Vertrauens / des Schöpfens in Unsicherheit und Bedrohung zu wissen.

Für mich ist es eine Ressource im Leben: in Vertrauen auf einen Gott zu setzen, der nicht der Befreier aus dem „Nichts“ oder Überirdischem ist, sondern der sich mir menschlich an die Seite stellt. Ich weiß nicht immer – wie hilfreich sein Weggeleit ist.

Aber ich spüre für mich immer wieder, wie mir seine Nähe gerade auch im Miteinander des Gottesdienstes – wie in der „Lebens-gefährlichkeit“ des Lebensalltags - Kraft und Ermutigung ist. Und dann ist es auch schön – wie die Hirten- diesem Gott Dank zu sagen seinem Segen/Beistand und ihm zu singen.

                                                                                                          (Ludger Ernsting)