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Seenotrettung und Bündnis „Sichere Häfen"

Die Stadtspitze hat sich in Recklinghausen dafür entschieden, unserem Antrag entsprechend dem „Bündnis sicherer Häfen" beizutreten, dies aber erst nach einer Verwaltungsvorlage dazu in der Septembersitzung des Sozialausschusses zu beraten. Da die Situation der Flüchtlinge auf See unverändert ist, ist es bedauerlich, dass wieder Wochen ins Land gehen, zumal die eigent-liche Entscheidungsebene im Bund und auf der EU Ebene jetzt „Sommerpause" machen. Schade, dass man nicht den Mut gehabt hat, sich klar und deutlich schon jetzt zu positionieren und mit über 70 anderen Städten allein in Deutschland ( und weiteren europ. Städten ) zu sagen: Wir möchten - um der Menschlichkeit Willen - aus Seenot gerettete Flüchtlinge bei uns aufnehmen.

Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer

Im Jahr 2018 gab es über 2.600 registrierte Tote im Mittelmeer und auch in diesem Jahr schon wieder hunderte toter Flüchtlinge. Es gehört zu den Grundprinzipien des menschlichen Handelns, Menschen zu retten, die in Todesnot sind, insbesondere auch auf der See. Leider ist das europäische Seenotrettungsprogramm „Sophia“ eingestellt worden. Durch nicht staatliche Seenotrettung konnten im Monat Mai 2.100 Mitmenschen zwischen Nordafrika und Südeuropa aus Todesnot gerettet werden. Leider sind nur noch zwei Rettungsschiffe im Einsatz, da die zivile Seenotrettung politisch verunmöglicht wird: die Schiffe erhalten keine Hafenzufahrtsberechtigung mehr, sie werden bedrängt, gar beschossen. Daher haben sich viele Rettungsgruppen zurückgezogen. Das Sterben im Mittelmeer ist kein unvermeidliches Unglück oder Schicksal. Daher hat die Gastkirche die politisch Verantwortlichen in der Stadt Recklinghausen gebeten, dem Städtebündnis „Sichere Häfen“ beizutreten.

 

Die politische Verantwortung in der Entscheidung liegt zwar auf der Regierungs-Ebene. Dennoch ist es wichtig, dass von der Basis deutlich signalisiert wird: wir finden uns nicht mit dem Sterben im Mittelmeer ab, indem wir einfach nichts tun. Neben der Bereitschaftserklärung zur Aufnahme geht es natürlich auch um die Wiederaufnahme eines europäischen Seenotrettungsprogramms. Der momentane Zustand, das wurde im Umgang mit den geretteten Flüchtlingen auf der Seawatch 3 in diesen Wochen deutlich, ist unverantwortlich. Auch im Blick auf eine künftige Frage: „Warum habt ihr nichts getan? Ihr habt es doch gewusst!“

Wir hoffen, dass die Stadt Recklinghausen dem Städtebündnis beitritt und damit ausdrückt: Dieser Frage wollen wir die Grundlage entziehen.

„Mission possible"

Noch nie waren die Kommunikationsmöglichkeiten der Menschen auf diesem Planeten so kom-plex und differenziert. Noch nie könnten so viele Menschen versorgt werden und sicher leben. Sollen unsere Kinder uns demnächst fra-gen: „Sagt mal, was habt ihr da gemacht? Wie konnte das sein? Die Medien voller Fastfood, die Banken voller korrupter Manager, und wo wart ihr, um Euch um die Menschen zu kümmern?“

Sollen wir dann sagen: „Wir haben das nicht gewusst. - Das war bei unseren Eltern auch schon so, wir fressen, was uns vorgekaut wird?                        

Wir können nicht handeln, wir sitzen fest in unserer eigenen Brühe?" Nein. Erkennen -Entscheiden-Handeln!                                                                                                                                                                                                               Wir leben nur einmal - never give up - Lever doot as slaav - so im Nachwort des Buches „Neuland" von Martin Kolek über die Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer. Recklinghausen soll sichere Hafenstadt werden - das ist Ziel einer Initiative des Flüchtlingskreises an der Gastkirche.

„Sichere Hafenstadt" ist eine Bewegung von Städten in Europa, die ihre Bereitschaft erklären: gerettete Flüchtlinge aus Seenot aufzunehmen.

Pfingsten und die Gastkirche

Für die frühen Christen war das Pfingstereignis – die Erfahrung mit Gottes Geist beschenkt zu sein – der Impuls, Jesu Wort und Leben nicht „im geschlossenen Kreis“ für sich zu behalten, sondern davon etwas in die Gesellschaft weiterzugeben.

Der Heilige Geist wird als Kraft und Energie verstanden, die „aufbrechen“ läßt und befreit - aus allem, was arm, abhängig, ängstlich und tödlich macht und ist.

Als Gastkirche und historischem „Pilger- und Armenspital zum Heiligen Geist“, sind wir dem Aufbruch da heraus sozusagen verpflichtet. Der Heilige Geist gilt seit früher Christenzeit als Kraft Gottes in jedem persönlich – und als Patron der Armen. Das zu feiern an Pfingsten, fällt uns an unserem Ort nicht schwer. Herzlich ist daher zum Pfingstgottesdienst mit unserem Gospelchor am Pfingstsamstag, 18 Uhr, in die Gymnasialkirche eingeladen – und zum anschließenden Fest auf dem Romero-Platz an der Gastkirche mit dem Jazzorchester Gelsenkirchen – mit brasil. Abendessen (d.h.: wir teilen das, was mitgebracht wird )

Obdachlosen-Gräberpflege der Gastkirche

 

Das Wissen darum, nach dem Tod nicht vergessen zu sein, ist für jeden Menschen etwas Elementares. Besonders für Menschen, deren Zuhause die Straße ist, die in ihrem Leben wenig wirkliche Beziehungen haben oder aufbauen konnten bzw. deren Beziehungen zerbrochen sind, hat es eine hohe Bedeutung, Menschen zu erleben, die auch nach ihrem Tod noch an sie denken.

Eine Gruppe von Ehrenamtlichen und unseren Gästen pflegt die Gräber der verstorbenen Freunde der Straße auf dem Nordfriedhof. So wird eine Gedenkkultur gepflegt, die Erin-nerungen wach hält und mitunter auch ausstrahlt. Manchmal entwickeln sich interessante Gespräche mit anderen Friedhofsbesuchern, denen auffällt, dass wir verschiedene Gräber pflegen.

Neue Mitglieder für unsere Friedhofsgruppe sind immer willkommen. Je mehr mithelfen, desto mehr verteilt sich die Arbeit und desto mehr Miteinander in der Gruppe kann sich entwickeln. Es ist auch möglich, für einzelne Gräber eine Patenschaft zu übernehmen. Wir treffen uns nach Bedarf, Terminabsprache und natürlich Witterungsbedingungen…

 

Wer Interesse hat, mitzugestalten, bitte bei Sr. Franziska (02361/23273) melden.