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Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer

Im Jahr 2018 gab es über 2.600 registrierte Tote im Mittelmeer und auch in diesem Jahr schon wieder hunderte toter Flüchtlinge. Es gehört zu den Grundprinzipien des menschlichen Handelns, Menschen zu retten, die in Todesnot sind, insbesondere auch auf der See. Leider ist das europäische Seenotrettungsprogramm „Sophia“ eingestellt worden. Durch nicht staatliche Seenotrettung konnten im Monat Mai 2.100 Mitmenschen zwischen Nordafrika und Südeuropa aus Todesnot gerettet werden. Leider sind nur noch zwei Rettungsschiffe im Einsatz, da die zivile Seenotrettung politisch verunmöglicht wird: die Schiffe erhalten keine Hafenzufahrtsberechtigung mehr, sie werden bedrängt, gar beschossen. Daher haben sich viele Rettungsgruppen zurückgezogen. Das Sterben im Mittelmeer ist kein unvermeidliches Unglück oder Schicksal. Daher hat die Gastkirche die politisch Verantwortlichen in der Stadt Recklinghausen gebeten, dem Städtebündnis „Sichere Häfen“ beizutreten.

 

Die politische Verantwortung in der Entscheidung liegt zwar auf der Regierungs-Ebene. Dennoch ist es wichtig, dass von der Basis deutlich signalisiert wird: wir finden uns nicht mit dem Sterben im Mittelmeer ab, indem wir einfach nichts tun. Neben der Bereitschaftserklärung zur Aufnahme geht es natürlich auch um die Wiederaufnahme eines europäischen Seenotrettungsprogramms. Der momentane Zustand, das wurde im Umgang mit den geretteten Flüchtlingen auf der Seawatch 3 in diesen Wochen deutlich, ist unverantwortlich. Auch im Blick auf eine künftige Frage: „Warum habt ihr nichts getan? Ihr habt es doch gewusst!“

Wir hoffen, dass die Stadt Recklinghausen dem Städtebündnis beitritt und damit ausdrückt: Dieser Frage wollen wir die Grundlage entziehen.