Spiritualität

Gottesdienst 2. Sonntag der Osterzeit 2021:  Ein Anfang

Boyer

Lied: Wo Menschen sich vergessen,

          die Wege verlassen,

          und neu beginnen, ganz neu:

          Da berühren sich Himmel und Erde,

          dass Friede werde unter uns.

          Da berühren sich Himmel und Erde,

          dass Friede werde unter uns.

 

Einführung:

Noch einmal über „Los“ gehen, neu anfangen, alles anders, besser machen. Wer hat sich das nicht schon gewünscht. Jedem Neuanfang geht aber eine Erschütterung voraus. Das Bisherige wird in ein anderes Licht getaucht, die Blickrichtung ändert sich. Diese Veränderung beinhaltet immer auch Unsicherheit, Zweifel und Ratlosigkeit.

Die Bibel ist voll von beherzten Neuanfängen, weil Gott ein Gott der Anfänge ist. Von so einem Neuanfang hören wir im Evangelium. Die Jünger haben sich nach dem Tod Jesu voller Angst hinter verschlossenen Türen verschanzt. Sie brauchen eine Wiederbelebung durch Gottes Atem, seinen neu schaffenden und schöpferischen Geist, um selbst neu anfangen zu können.

Um Umschulung bitten wir dich, Gott,
um Kenntnisse, die wirklich dem Leben dienen,
um die Fähigkeit zur Handarbeit für den Frieden.    

 

Um ein neues Gehör bitten wir:

Dass wir wesentlich verändert werden
durch den Notruf aller Machtlosen.                       

 

Um eine neue Methode des Rechnens bitten wir.
Dass wir uns üben im Mahlnehmen durch Teilen.                  

 

Gebet:

Du, Gott der Anfänge,

wir sind auf der Suche nach der Kraft,

die uns aus den Häusern,

aus aller Verschlossenheit und Enge,

ja, aus den Gräbern treibt.

     Lehre uns, Türen zu öffnen

     und deinem Neu-Anfang zu trauen.

     Befreie uns von engen Sichtweisen,

     von Angst, Verzagtheit und Resignation.

     Hauch uns an mit deinem Geist,

     der du ein Gott des Aufbruchs,

     ein Gott-mit-uns-auf-allen-Wegen sein willst

     durch Jesus, deinen Sohn und unseren Bruder. Amen.

 

Aus dem Johannes Evangelium:

Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor der jüdischen Obrigkeit bei verschlossenen Türen beisammen waren,
kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite.
Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen.

Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch!
Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an
und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!
Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen;
denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.

Thomas, der Didymus genannt wurde, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen:
Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe
und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel
und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.

Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt
und Thomas war dabei. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen,
trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas:
Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände!
Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sagte zu ihm:
Mein Herr und mein Gott!

 

Text zum Friedensgruß:

Dreimal muss der Auferstandene seinen Friedensgruß an seine Jünger wiederholen, bevor sie den Frieden in sich aufnehmen und weiterschenken konnten. Darum bitten wir dich, lebendiger Gott: Höre niemals auf, uns deinen Frieden zuzurufen. Hauch uns an mit deinem Geist.

 

Im Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth heißt es:

Ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis! Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.

 

Sie sind eingeladen, als Hausgemeinschaft Brot und Wein miteinander zu teilen.

 

Schlussgebet:

Barmherziger Gott,

wo wir ängstlich und verschlossen sind,

bringst du Hoffnung in unser Leben.

Wo wir uns einrichten in der Erstarrung,

hauchst du uns an

mit dem Atem der unruhig macht

und einen neuen Anfang ermöglicht.

Schenke uns den Mut,

die Türen weit aufzumachen

und Ohren, Augen und auch den Mund

nicht länger zu verschließen.

Lass uns das Hoffnungsbrot weitergeben,

das immer mehr wird durch teilen.

Halte den Traum in uns wach

vom vollen Leben, einer Zukunft für alle.

Darum bitten wir dich in Jesu Namen. Amen.