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Pfingsten 2021                                                                                                                                                                      

Recklinghausen, zum Pfingstfest 2021


Liebe Freund*innen, Engagierte und mit dem Gasthaus und der Gastkirche verbundene Mitmenschen!

Ihnen / Euch allen ein frohes und gesegnetes Pfingstfest!Pfingst

Pfingsten ist das Fest für unseren gemeinsamen Ort an der Heilig- Geist - Straße 7.

Wir werden es im Gottesdienst feiern, aber leider – Coronabedingt – nicht dann weiter im großen Fest auf dem Romero-Platz an der Gastkirche. Im zweiten Jahr müssen wir darauf nun schon verzichten. Im Augenblick befinden wir uns in einer Situation des „dazwischen“: es wird „lichter“, dennoch bestimmt die Pandemie weiter unser Miteinander und den Alltag. In dieser Situation möchten wir von Gasthausrat und Kommunität einen „pfingstlichen Blumenstrauß“ überkommen lassen – als Gruß, Ermutigung und Zeichen der Verbundenheit!


„Ein Jahr Corona. Vielfach fühlen wir uns ausgebremst und eingeschränkt. Was bleibt ist die Sehnsucht nach dem, was im Moment nicht möglich ist. Doch wenn ich genau hinschaue, sind auch Dinge gewachsen. Noch nie bin ich so viel gewandert wie in diesem Jahr und habe eine Aufmerksamkeit für die Natur entwickelt, die einfach gut tut. Für mich ist es eine Zeit, die meinen Blick auf das Wesentliche konzentriert und dadurch neues wachsen lässt. Zu Pfingsten wünsche ich uns, dass wir uns be-geistern lassen von dem, was in uns neu entstehen möchte.“ ( Schwester Franziska Kaupp )

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„Wenn ich rückblickend an Pandemie und Gastkirche/ Gasthaus denke, erinnere ich mich an die selbstverständlich erscheinende Gelassenheit und an das offensichtliche Gottvertrauen, mit dem die Kommunität und die übrige Crew das Alltagsgeschäft weitergeführt haben, so dass zumindest für die Gäste Kontinuität in unruhigen Zeiten gewährleistet war. Dazu trugen auch viele Ehrenamtliche bei, die – sicherlich manchmal mit Bedenken – ihre Arbeit weiter taten. Gleichzeitig wurde / wird allen Mitarbeiter/innen, welche ihr Engagement einschränkten oder ganz unterbrachen,hoher Respekt für ihre persönliche Entscheidung entgegengebracht. Was den Umgang mit der Pandemie angeht, wurde sehr flexibel und schnell reagiert, ich denke besonders an die Regelungen in den sonntäglichen Gottesdiensten, in denen ich mich nie einer Gefahr ausgesetzt sah. Zudem stelle ich fest, dass die Gottesdienste am Sonntag allesamt sehr gut vorbereitet und gestaltet waren, so dass sie in einer relativ ereignisarmen Zeit Höhepunkte waren und bis in die Woche hinein ragende Impulse gaben.“ ( Gregor Kortenjann, Gasthausrat )

„In der Corona Zeit hat es mich tief berührt, wie viele Menschen uns im Engagement für unsere Gäste den „Rücken gestärkt“ haben. Da gab es so viele große und kleine Gesten, die gut getan haben: Von der Nachfrage: „Wie kommt Ihr zurecht, wie geht es Euch und Euren Gästen?“ bis zur tatkräftigen Mithilfe, oft mit Extrastunden und Extraeinsatz; von Arbeiten im Hintergrund (z.B. Weltladen und Second-hand-Laden in den „geschlossenen“ Zeiten) bis zu Geld und Sachspenden („Was wird gebraucht?“). Da gab es die Postkarte mit dem Glückwunsch zur Impfaktion, den Telefonanruf „einfach mal so“ und das Mitfreuen, dass uns Corona so verschont hat. Und natürlich die vielen Signale: Sobald ich kann, arbeite ich wieder mit – im Gasthaus, im Laden oder wo auch immer. Das alles hat mir viel Mut gemacht und dafür bin ich sehr dankbar.“ ( Schwester Judith Kohorst )

„Ein frohes und von Gott gesegnetes Pfingstfest wünsche ich allen, die mit der Gastkirche und dem Gasthaus verbunden sind in dieser von der Coronapandemie geprägten Zeit, die uns in unseren Beziehungen stark fordert. Möge das Feuer des Heiligen Geistes uns in diesen Tagen begleiten und alle Menschen, denen wir begegnen - in der Hoffnung, dass wir diese Lage gemeinsam bestehen werden. Meinen persönlichen Dank noch an alle, die mich in meiner Genesungszeit nach meiner Operation begleitet haben und begleiten.“ ( Bruder Bernhard Sobotta )

 

„Der alte Paulus hatte ein Gespür: „Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit!“ - so schrieb er den Galatern. Die „Jetzt-Zeit“ hat mir auch noch einmal deutlich gemacht: es gibt eine Freiheit, die kann einem niemand nehmen – auch keine Pandemie. Mir hat sich das in dieser Zeit in zweierlei Hinsicht verdichtet gezeigt: einmal in der Freiheit, die Geschenke des Lebens bewusster wahrzunehmen (in einer Krisensituation einen „sicheren Ort“ zu haben / in einem guten Gesundheitssystem eingebunden zu sein / Gottvertrauen zu erfahren und zu feiern / „tragfähige“ freundschaftliche Verbundenheit …). In anderer Hinsicht wurde mir auch die Freiheit deutlich, die Anfragen des Lebens ernster zu nehmen

(die Anfrage nach unserem „Lifestyle“ – auch in seinen ökol. Folgen / die Situation der Armen in Krisenzeiten / das Handeln, bzw. Nicht-handeln „im Geist des Herrn“ in kirchlichen Amtsstuben / die Frage nach den menschlichen, psychischen und wirtschaftlichen Folgen dieser Corona-Zeit / die Versöhnung nach Auseinandersetzungen in Sicht und Handeln angesichts der Krisenzeit…). Pfingsten ist für mich die Erinnerung an eine Freiheit, die uns niemand nehmen kann, weil sie ein Geschenk des Himmels ist – und gleichzeitig „Gottesfreundschaft“ erdet. (Ludger Ernsting )

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In der Apostelgeschichte ist davon erzählt, dass beim Pfingstgeschehen viele Menschen zusammenkamen. - und jede*r in seiner Sprache verstand, worum´s ging. Dass wir in bunter Vielfalt weiter verbunden bleiben – und in unterschiedlicher Färbung gemeinsam unterwegs sind und bleiben in dem, „worum´s in Gottes Geist geht“ - will eine pfingstliche Botschaft sein: je für uns, unsere Familien, Gemeinschaften und alle, die uns fremd oder Freund sind.

Wir hoffen, dass der „pfingstliche Blumenstrauß“ in diesem Brief etwas Freude und Farbe schenkt – wenn wir schon nicht in Fest und Feier präsent zusammen sein können– oder andere Begegnungen zurzeit auch wegfallen. Dass wir es bald wieder können und uns alle wiedersehen – ist unsere Zuversicht.

 

Bruder Ralf Zimmer bringt auf den Punkt, was uns abschließend echt wichtig ist:

„Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Freundinnen und Freunden des Gasthauses und der Gastkirche und wünschen ein frohes Pfingstfest und das Erleben des Heiligen Geistes.

Gottes Segen auf allen Wegen!“

 

 

Mit Grüßen aus dem Gasthaus: die Kommunität und der Gasthausrat – (bis bald!)